Prix Merci 2026
Prix Merci – Danke für freiwilliges Engagement
Mit dem Prix Merci setzt Pro Senectute ein Zeichen der Anerkennung für Menschen, die sich freiwillig für ältere Menschen einsetzen. Die Auszeichnung wird 2026 erstmals verliehen und steht stellvertretend für das Engagement von über 15'000 Freiwilligen in der ganzen Schweiz.
Im Mittelpunkt steht nicht der Wettbewerb, sondern die Wertschätzung: Der Prix Merci würdigt all jene, die mit ihrem Einsatz Lebensqualität schenken, Begegnungen ermöglichen und den Alltag von Seniorinnen und Senioren bereichern.
Engagement, das verbindet
Die Nominierten zeigen, wie vielfältig freiwilliges Engagement sein kann – sei es im sozialen Bereich, bei kulturellen Angeboten oder in der Unterstützung im Alltag. Sie alle tragen dazu bei, dass ältere Menschen aktiv am Leben teilnehmen können und sich gehört und wertgeschätzt fühlen.
Auch aus Nidwalden ist mit Marcel Müller eine Persönlichkeit nominiert, die mit grossem Herzblut dabei ist. Seit vielen Jahren engagiert er sich für Begegnungen durch Musik und schafft damit besondere Momente für ältere Menschen.
Ein Blick hinter das Engagement
Was motiviert jemanden, sich so lange und mit so viel Leidenschaft freiwillig zu engagieren?
Was sind die bewegenden Momente – und was gibt dieses Engagement zurück?
Im folgenden Interview lernen Sie Marcel Müller persönlich kennen.
Er erzählt im folgenden Interview, was ihn antreibt, welche Erlebnisse ihn geprägt haben und warum freiwilliges Engagement auch das eigene Leben bereichert.
Interview mit Marcel Müller
Ich bin ein geselliger Mensch, der Beziehungen pflegt und Gewohnheiten schätzt. Musik – ob als Zuhörer oder selbst am Akkordeon – begleitet mich schon mein ganzes Leben. Harmonie ist mir dabei besonders wichtig.
Anderen eine Freude zu machen, erfüllt mich. So habe ich kürzlich einen ehemaligen Arbeitskollegen zu seinem 90. Geburtstag überrascht: Gemeinsam mit zwei Musikanten spielten wir an seinem Fest und begleiteten die Gäste musikalisch durch den Nachmittag. Die Freude des Jubilars war unbezahlbar.
Nach meiner Pensionierung wollte ich mich weiterhin sinnvoll engagieren. Als die Pro Senectute Nidwalden im Jahr 2012 jemanden für die Organisation der Stubeten und Tanznachmittage suchte, fühlte ich mich sofort angesprochen. Diese Aufgabe passte perfekt zu meinem langjährigen Hobby als Musiker.
Am Anfang gab es einige Herausforderungen. Wir mussten eine geeignetes Lokal finden. Dass wir heute im Schützenhaus Herdern veranstalten können, ist ein echter Glücksfall.
Besonders am Herzen liegt mir, ehemaligen Musikantinnen und Musikanten eine Plattform zu bieten. In den Stubeten können sie – auch ohne feste Formation – weiterhin gemeinsam musizieren. Auch wenn sie in keiner festen Formation mehr spielen. Auch ich selber bekomme so immer wieder die Gelegenheit zum Musizieren. Der Austausch ist bereichernd – und wir bereiten damit auch unserem Publikum grosse Freude.
Ein besonderes Erlebnis war die Stubete 2014 unter dem Motto «Nidwalden besucht Glarus».
Nachdem uns die Glarner Musikantinnen und Musikanten in Nidwalden besucht hatten, organisierten wir einen Gegenbesuch. Mit einem Car und 55 Teilnehmenden reisten wir nach Glarus. Die Begeisterung aller Teilnehmenden machte diesen Ausflug unvergesslich.
Ein weiteres Highlight war das Gästival 2015, wo wir auf einer schwimmenden Plattform in Stansstad auftreten durften.
In den letzten 14 Jahren durfte ich über 500 Musikantinnen und Musikanten für unsere jährlich neun Tanzanlässe engagieren.
Mit durchschnittlich 80 bis 90 Besucherinnen und Besuchern pro Anlass wird deutlich, wie wichtig dieses Angebot für ältere Menschen ist.
In den vergangenen 14 Jahren habe ich kaum wirklich schwierige Momente erlebt. Wenn doch einmal Herausforderungen auftraten, hatte ich stets Menschen an meiner Seite, die mich unterstützten und mit Rat und Tat zur Seite standen.
Bedauerlich finde ich allerdings, dass sich für die traditionelle Volksmusik heute fast ausschliesslich Personen ab 60 Jahren interessieren. Jüngere Generationen bevorzugen meist andere Musikstile. Wenn junge Menschen Volksmusik hören, handelt es sich häufig um moderne, stimmungsvolle Partymusik mit Gesang. Die konzertante Ländlermusik hingegen findet leider immer weniger Publikum.
Freiwilliges Engagement kann ich uneingeschränkt empfehlen. Die Begegnungen mit Gleichgesinnten sind sehr bereichernd und schaffen wertvolle Freundschaften. Dank meiner freiwilligen Tätigkeit ist mir nach der Pensionierung nie langweilig geworden.
Durch die Organisation der Anlässe bleibe ich zudem in Kontakt mit vielen Musikantinnen und Musikanten. Da ich selbst seit vielen Jahren musiziere, verfüge ich über ein grosses Netzwerk und zahlreiche persönliche Kontakte.
Das Akkordeonspielen habe ich mir autodidaktisch beigebracht. Alle Stücke spiele ich auswendig, was ein gutes Musikgehör und viel Übung erfordert. Die Musik begleitet mich seit vielen Jahren und ist bis heute eine grosse Leidenschaft.
Freiwilligenarbeit ist etwas sehr Wertvolles. Nicht alles muss finanziell entschädigt werden. Sich für andere Menschen einzusetzen, Zeit zu schenken und Verantwortung zu übernehmen, bereichert nicht nur die Gemeinschaft, sondern auch das eigene Leben.
Leider steht heute oft das Konsumieren im Vordergrund. Dabei geht manchmal vergessen, wie wichtig es ist, selbst aktiv zu werden und einen Beitrag für andere zu leisten. Freiwilliges Engagement stärkt den Zusammenhalt und schafft Begegnungen, die für alle Beteiligten von grossem Wert sind.
Danke, Marcel!
Marcel Müller zeigt eindrücklich, wie viel Kraft, Sinn und Menschlichkeit in freiwilligem Engagement steckt. Mit seinem Einsatz steht er stellvertretend für die vielen Freiwilligen, die Pro Senectute tagtäglich möglich machen – und genau dafür ist er für den PRIX MERCI nominiert.